Alina hat es geschafft!

Mit neun Jahren kam ich mit meiner Familie nach Deutschland. Weder in Russland noch hier hatte ich die Möglichkeit, rechtzeitig zum Schulanfang die erste Klasse zu absolvieren. Auf ein Mal musste ich nicht nur das Alphabet aufsagen können, sondern auch mit meinen Lehrern und Mitschülern kommunizieren, lesen, schreiben und rechnen.
Ich schloss die erste Klasse im Rahmen eines Spezialprogramms innerhalb weniger Monate ab. Mit jedem neuen Schuljahr fiel es mir schwerer, mitzukommen und den Stoff zu begreifen.
Mit meinen spärlichen sprachlichen Mitteln fielen mir das Lernen und Integration im Allgemeinen ziemlich schwer. Ich erinnere mich, wie ich jedes Mal auf dem Schulweg die Hand meiner Oma immer fester zusammendrückte, je mehr wir uns dem Schulgebäude näherten. Panik, Angst und Tränen stiegen in mir auf, da ich realisierte, dass nun ein weiter Tag anstand, voller Unverständnis meinerseits und verständnisloser Blicke von Seiten meiner Lehrer und Erzieher.

Eines stand fest; ich musste besser werden. Ich schrieb damals einen Bewerbungsbrief, den ich bis heute noch habe. Wir bekamen eine Antwort und die Freude war fast so groß wie die Erleichterung meiner Familie darüber, dass ich angenommen wurde und endlich die Chance bekam, mich zu verbessern ohne dabei länger völlig auf mich allein gestellt zu sein.

Meine Chance habe ich genutzt: nach der vierten Klasse wechselte ich auf ein Sprachgymnasium, absolvierte 2017 mein Abitur und studiere nun Rechtswissenschaften.

Vielen Dank dafür, dass die Chancenstiftung existiert und Bildungsstipendien vergibt. Ich bin sehr glücklich und bin stolz auf mich und darauf, wo ich heute stehe. Ohne die Chancenstiftung hätte ich diese Hürden aus eigener Kraft nur schwer überwinden können. Ich hoffe, dass Sie auch in Zukunft Kindern wie mir ein faires und erfolgreiches Lernen ermöglichen und ihnen die Angst vor der neuen Heimat nehmen können.

© chancenstiftung.de / 2018
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