1. Positiv denken
Wer das neue Schuljahr mit schlechten Gedanken angeht, wird vermutlich keine großen Erfolge verzeichnen. Der Schulstoff ist anspruchsvoll und seine Bewältigung erfordert Einsatz, das möchten wir nicht leugnen. Dennoch ist es wichtig, mit einer positiven Einstellung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten in die nächste Schulrunde zu starten. Sätze wie „Ich werde es versuchen“ oder „Ich kann das schaffen“ können sich positiv auswirken.
Wir veranschaulichen dies an einem Beispiel aus unserer Arbeit bei der Chancenstiftung. So berichtet eine Lehrerin über einen Stipendiaten: „Er hatte leider gar kein Vertrauen in seine Fähigkeiten. Deshalb ist er anfangs mit einer ‚Das bringt doch eh nichts‘-Einstellung zur Nachhilfe gekommen. Inzwischen weiß er, dass er mit seinen Aufgaben nicht alleine gelassen wird und jederzeit Hilfe in Anspruch nehmen kann. Er hat neuen Mut gewonnen, das Lernen macht ihm wieder mehr Spaß und er konnte erste Erfolge feiern.“
Mit Unterstützung ins neue Schuljahr
Wir vergeben Bildungsstipendien an Kinder und Jugendliche – und machen sie stark für die Zukunft. Unsere Stipendiat*innen besuchen in der Regel 1 Jahr lang einen unserer Bildungspartner in ihrer Nähe. Dort erhalten sie 2x in der Woche 90 Minuten professionellen Unterricht in Kleingruppen. Weitere Infos gibt’s hier.
2. Realistische Ziele setzen – und feiern
Wenn das Fach Mathematik bisher als „Problemfach“ galt, wird es im neuen Schuljahr nicht plötzlich Bestnoten regnen. Zunächst gilt: Die Ausgangslage realistisch und ehrlich einschätzen. Vorsätze wie „Ich muss bessere Noten erreichen!“ oder „Ich muss mehr lernen!“ sind wenig konkret und helfen daher nicht unbedingt weiter. Besser ist es, Zwischenziele festzulegen – und zu feiern. Zwischenziele können z.B. in einem Lernplan (siehe Punkt 5) festgehalten und bei Erreichen mit Genugtuung abhakt werden. Klar ist: Mit den ersten Erfolgserlebnissen im Rücken ist es leichter, auch ehrgeizigere Ziele anzugehen. Wichtig: Für den langfristigen Lernerfolg gilt es, auch bei Rückschlägen dranzubleiben und sich nicht entmutigen zu lassen!
3. Belohnung nicht vergessen
Zwischenziele abhaken? Schön und gut! Es kann aber auch nicht schaden, die Motivation zur Zielerreichung durch kleine Belohnungen noch etwas zu steigern. Wer regelmäßig lernt und zwischendurch z.B. einen guten Vokabeltest schreibt, hat sich ein Lob und eine kleine Belohnung verdient. Wir finden gemeinsame Aktivitäten, z.B. mit der Familie oder Freund*innen ein Eis essen gehen, besser als Geschenke. Aber auch ein schöner Stift kann große Freude bereiten – und bei den nächsten Aufgaben helfen.
4. Gut organisiert sein
Eine gute Organisation ist die Voraussetzung dafür, den Überblick zu behalten und Stress zu reduzieren. Terminplaner in Form von Büchern, Heften oder Apps helfen dabei, Tests, Klassenarbeiten, aber auch außerschulische Aktivitäten im Blick zu behalten. Auch ein aufgeräumter Arbeitsplatz und gut sortierte Schulsachen unterstützen beim Lernen. Die benötigten Materialien sollten griffbereit sein und nicht erst gesucht werden müssen.
5. Lernplan erstellen
Neben einem Terminplaner kann ein Lernplan hilfreich sein, um die zur Verfügung stehende Zeit effizient zu nutzen und vor Tests und Klassenarbeiten nicht in Stress zu verfallen. Auch hier gilt: Ausprobieren! Während manche gut und gerne 2 Stunden am Stück lernen, um sich danach mit freiem Kopf anderen Aktivitäten zu widmen, lernen andere viel besser in kürzeren Einheiten. Bei jüngeren Kindern, die noch mehr Unterstützung beim Lernen benötigen, sollten die Lernzeiten gut ins Familienleben integriert werden. Wichtig: Flexibel bleiben und Pausen nicht vergessen! Und noch ein Tipp: Profis kombinieren Schul- und Lernplan.
6. Lernstrategien finden
Tipp 6 geht Hand in Hand mit Tipp 5. Jede*r lernt anders – und muss für sich herausfinden, wie und wo dies am besten klappt. Klar ist: Effektives Lernen erfordert eine Kombination aus der richtigen Lernumgebung, geeigneten Lerntechniken und regelmäßiger Wiederholung. Wir setzen auf: ruhige Arbeitsorte, feste Lernzeiten, wenig Ablenkung und aktives Lernen. Anstatt den Schulstoff nur durchzulesen, kann man ihn z.B. auf Karteikarten zusammenfassen, anderen erklären oder mit ihnen darüber diskutieren. Sind die richtigen Methoden und Tricks gefunden, kann das Lernen sogar Spaß machen. Tipp für ältere Schüler*innen: Wird das Smartphone nicht zum Lernen genutzt, weg damit. Denn durch Social Media wird man schnell und leicht abgelenkt.
7. Neue Routinen einführen
Routinen tragen dazu bei, die Zeit vor und nach der Schule besser zu organisieren, außerdem verschaffen sie Sicherheit. Man kann z.B. etwas früher aufstehen, um mehr Zeit zum Wachwerden, Fitwerden, für das Frühstück oder den Schulweg zu haben. Schüler*innen können nach einer Lerneinheit regelmäßig eine kleine Bewegungspause einbauen. Bewegung verbessert die Konzentration und erleichtert das Lernen. Außerdem: Wer tanzt zwischendurch nicht gerne zum Lieblingssong? Wichtig: Welche Gewohnheiten dabei helfen, besser und entspannter zu lernen, muss man erst herausfinden. Das dauert manchmal ein bisschen, lohnt sich aber.