Mit Selbstwirksamkeit und Resilienz durch Krisen

Klimawandel und Zukunftsängste, Kriege und Wehrdienstdebatte: Krisen prasseln geballt und gleichzeitig auf viele junge Menschen ein, häufig fühlen sie sich ohnmächtig. Um dieses Gefühl der Ohnmacht zu überwinden, braucht es Resilienz, Partizipation und das Vertrauen, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können.

Multiple Krisen prägen nicht nur den politischen Diskurs, sondern auch das Lebensgefühl von Schülerinnen und Schülern. Junge Menschen blicken so pessimistisch wie nie zuvor in die Zukunft. Das zeigt u.a. die aktuelle SINUS-Jugendstudie „Wie ticken Jugendliche?“, die alle 4 Jahre die Lebenswelten von 14- bis 17-Jährigen in Deutschland untersucht. Darin heißt es: „Die Sorge um Umwelt und Klima wächst in der jungen Generation weiter an. Auch die Verunsicherung durch die schwer einzuschätzende Migrationsdynamik und die dadurch angestoßene Zunahme von Rassismus und Diskriminierung ist unter den Teenagern beträchtlich. Und nicht zuletzt ist für viele Jugendliche der Übergang ins Berufs- und Erwachsenenleben aufgrund der unkalkulierbaren gesellschaftlichen Entwicklungen angstbesetzt.“

Für Lehrkräfte in Schulen, Nachhilfeinstitutionen und Bildungsvereinen bedeutet dies: Sie müssen Lehrplan und Krisenbewältigung vereinen. So schildert Lehrer Joscha Falk im Werkstattgespräch „Storytelling und Bildung“ der Bundeszentrale für politische Bildung, dass der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine oder der Konflikt zwischen Israel und Palästina bei seinen Schüler*innen große Sorgen und Ängste auslöse. Für ihn eine Herausforderung: „Mir fällt es im Umgang mit den Themen total schwer, weil ich ja die Sorgen nicht abwiegeln kann oder nehmen kann und auch nicht sagen kann: Es wird alles gut. Ich glaube, dass wir als Schule hier nicht mehr im gleichen Maße eine Kompensationsleistung erbringen können, wie das in der Zeit war, bevor es diese unglaublich vielen Krisen gab.“

5 Tipps für Lehrkräfte 

Umso wichtiger ist es für Lehrkräfte, mit passendem Rüstzeug ausgestattet zu sein. Wir haben 5 Tipps zusammengestellt zur Stärkung von Resilienz und Selbstwirksamkeit – und gegen das Ohnmachtsgefühl.

1, Raum für Gefühle geben
Tauschen Sie sich mit Ihren Schüler*innen über deren Emotionen aus. Leitfragen für diesen Austausch können sein: „Wie fühlt ihr euch?“, „Was löst die aktuelle Situation bei euch aus?“, „Was seht ihr auf Social Media?“ oder „Könnt ihr mit Familie und Freund*innen reden?“. Dabei ist es wichtig, verschiedene Positionen auszuhalten und nach Möglichkeit nicht zu bewerten – solange auf der Grundlage von Grundgesetz und Menschenrechten argumentiert wird. Spielerische Variante: Zu Beginn der Stunde formuliert jede*r Schüler*in einen Film- oder Buchtitel, der die eigene Stimmung beschreibt.

2, Social Media-Strategien ausprobieren
Junge Menschen können die Krisen dieser Welt heute Schritt für Schritt auf Social Media-Plattformen wie TikTok oder Instagram verfolgen. Sie sehen mitunter verstörende Videos. Erabeiten Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern Strategien, wie sie ihren Social Media-Konsum in Krisenzeiten reduzieren können. Schlagen Sie den jungen Menschen zum Beispiel einen Selbstversuch vor, etwa: „Verbringt für 3 Tage nur 30 Minuten täglich auf euren Social Media-Kanälen und verringert damit die Nachrichtenflut in euren persönlichen Timelines. Was verändert sich für euch dabei?“.

3, Selbstwirksamkeit fördern
Krisen lösen ein Gefühl des Kontrollverlusts aus. In Zeiten vielfacher Krisen ist es daher hilfreich, Partizipation und Selbstwirksamkeit zu fördern. Aktivieren Sie Ihre Schülerinnen und Schüler aktiv zum „Tun“. Als Impuls können sich die jungen Menschen folgende Fragen stellen: „Was will ich lernen?“ und „Wofür interessiere ich mich?“. Schlagen Sie Ihren Schülerinnen und Schülern beispielsweise die Aufgabe vor, ein Referat über ein von ihnen frei gewähltes Thema vorzubereiten. So werden die Kinder und Jugendlichen zu den Gestalter*innen ihres Lernens.

4, Auf Netzwerke setzen
Zeigen Sie Ihren Schüler*innen auf, dass sie Krisen nicht alleine bewältigen müssen, sondern auf ein Netzwerk an Unterstützer*innen bauen können. Die jungen Menschen können zum Beispiel die eigene Hand auf einem Blatt Papier nachzeichen. Danach notieren sie ihre verschiedenen Rollen (z.B. Schüler*in, Vereinsmitglied, Tochter oder Sohn), ihre Wirkungsfelder (z.B. Schule, Familie, Nachbarschaft, Social Media) und mögliche Verbündete. So entsteht eine persönliche Landkarte struktureller Unterstützungs- und Veränderungsmöglichkeiten. Diese Idee geht zurück auf das Handabdruck-Konzept von Germanwatch e.V.

5, Zum Schulalltag zurückkehren
Begleiten Sie Ihre Schülerinnen und Schüler aus dem Krisenmodus hinaus! Das heißt: Räumen Sie den Kindern und Jugendlichen den Raum ein, über aktuelle Ereignisse und ihre Gefühle zu sprechen, kehren Sie aber auch wieder bewusst zum Unterricht zurück.

Stilisiertes Mädchen blickt lächelnd auf ein Info-i hinunter

Resilienz fördern - Tipps für Eltern

Die Resilienz von Kindern steigt, wenn sie sich ihrer Selbstwirksamkeit bewusst werden. Wie Eltern und andere Kontaktpersonen die Resilienz von Kindern und Jugendlichen im Alltag fördern können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Warum Resilienz so wichtig ist“

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